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Mittwoch, 27. März 2019

Das Problem mit den Kooperationen | RealTalk


Wie Firmen versuchen viel Werbung, für möglichst wenig Aufwand zu bekommen. 


Hallo ihr Lieben!
Heute geht es um ein Thema, welches auf Instagram momentan heiß diskutiert wird: wie schaut eine gute Kooperation aus und wie bringt sie auch beiden Seiten einen gewissen Mehrwert? Wann ist eine Kooperation fair? Und was bedeutet "fair" überhaupt?

DISCLAIMER: Ich will euch mit dem Beitrag zeigen, dass das erstellen von Content und das Werben für Produkte und Marken, genauso eine Dienstleistung und Arbeit ist und deshalb auch gerecht bezahlt werden sollte. Außerdem, möchte ich verhindern, dass ihr auf solche Angebote reinzufallen droht, auch wenn sie vielversprechend klingen mögen. Das hier richtet sich nicht direkt an bestimmte Firmen, sondern allgemein an die, die solche Maschen betreiben. 

Immer öfter stoße ich momentan auf Anzeigen von gewissen Firmen, die angeben auf der Suche nach neuen Bloggern zu sein. Sie bieten anscheinend eine tolle Bezahlung und super Chancen, auch für Nutzer, die erst mit dem Bloggen anfangen möchten!
Ich habe dieses Thema bereits vor einiger Zeit in meiner Instagram-Story angesprochen und möchte auch hier noch einmal darüber schreiben. Mir ist bewusst, dass es wohl momentan ein eher heikles Thema zu sein scheint, ein Grund mehr für mich, wirklich ehrlich zu sein.

Hier noch einmal die Screenshots der Story, für die die sie nicht gesehen haben:



Kurz gesagt geht es darum, dass Blogger 20% Rabatt auf ihre Bestellung erhalten würden. Im Gegenzug erwartet sich die Firma Posts und Stories auf Instagram. Die Follower des Bloggers erhalten ebenso 10% auf deren Bestellungen. Nach XY Bestellungen, welche über diesen Code eingegangen sind, bekommt der Blogger ein Produkt um sonst. 

Warum ist das jetzt unfair? 

Auch Blogger, welche noch eine eher kleinere Reichweite haben, bieten Dienstleistungen an. Hierbei ist es so wie in jedem anderen Beruf auch: man erstellt Bilder und Beiträge für einen gewissen Auftraggeber und bekommt dafür eine Bezahlung. Sei es von materiellem Wert oder bares Geld. 
Wichtig dabei ist, wie in jedem anderen Dienstverhältnis, dass beide Seiten davon profitieren und jeder das bekommt, was ihm zusteht. 

Ich will euch kurz aufzeigen, welcher Aufwand hinter einer Zusammenarbeit steckt und wie diese Zustande kommt:*

1. Eine Firma schreibt einen Blogger an oder dieser "bewirbt" sich bei einer Firma. 
Zeitaufwand ca. 1-2h, je nachdem ob er die Anfrage selber verfasst hat oder beantwortet. 

2. Es findet ein Email-Austausch statt. Hin und wieder auch Treffen oder Skype/Telefon-Gespräche. 
Zeitaufwand insgesamt ca. 3h 

Sobald klar ist was beide Seiten sich erwarten, muss der Content produziert werden. Das heißt: 

3. Inspiration für Bilder einholen, Bilder shooten, bearbeiten, Text vorbereiten, posten und evt. einen Blogbeitrag verfassen. 
Das mit den Bildern dauert, je nachdem wo man die Bilder schießt 3-4h 
Text verfassen und Beitrag posten: 1h 
Blog Beitrag schreiben und hochladen: min. 3h je nach Aufwand 

Danach findet oft nochmal ein Austausch mit dem Auftraggeber statt. 

Nehmen wir nun an eine Angestellte im Betrieb XY verdient pro Stunde 10€, dann hätte sie in diesen 13 Stunden 130€ verdient. 

Wir schieben diese Berechnung kurz beiseite und gehen zurück zu der vorherigen "Kooperation": 
Angenommen eine Uhr kostet 120€* und der Blogger bekommt 20% Rabatt auf seine Bestellung, muss er trotzdem aus eigener Tasche 96€ für besagte Uhr bezahlen. 

Dann bereitet er den Content vor, heißt er steckt ca. 8-10h in die Vorbereitung und das Posten. Nehmen wir an, dieser Blogger bekommt sonst ca. 10€/h* für seine Arbeit gezahlt, würde er also eigentlich ca. 100€ bekommen. 
In diesem Fall hätte er als Bezahlung für das Bewerben eines Produktes 24€ statt den gewohnten 100€ bekommen UND hätte dazu noch aus eigener Tasche 96€ bezahlt. 

Ich denke, dass diese Berechnungen die Frage nach der Fairness beantworten. 

* Zeitaufwand und Preis variiert natürlich je nach Reichweite, Aufwand und Person. 



Und wie ist das mit den Codes? 

Es wird ja bei solchen Angeboten auch oft über Follower Rabattcodes gesprochen. Der Blogger bewirbt also auch seinen Rabattcode, mit dem die Follower zB 10% auf ihre Bestellung sparen können. Auch ich arbeite recht gerne mit solchen Codes, da sie den Followern auch etwas bringen und man in vielen Fällen, die gesparten XY% selber bekommt. 
Bei diesen "Kooperationen" ist es oft so, dass man sich ab XY Käufen ein Produkt aussuchen kann. 
Nun ist es jedoch so, dass solche Codes nicht von jedem Follower genutzt werden. 
1. Deckt ein Produkt bzw. eine Marke oft nicht das Interesse der gesamten Leserschaft ab. 
2. Klicken viele einfach schnell weg 
3. Wollen und können sich viele die Sachen nicht leisten. 

Ob sich so ein Code rentiert oder nicht ist daher sehr von der Reichweite und der Aktivität der Follower abhängig. Die ist bei jedem anders und das muss somit jeder für sich selber wissen, ob dieses System funktionieren könnte. 

Wenn es längerfristig funktionieren soll, muss man diesen Rabattcode jedoch wiederum bewerben, was wieder bedeutet: Bilder machen,....... 

Genau diese Sache mit den Codes ist das, was einen laut diesen Firmen zu einem echten Influencer macht. Dass beim Blogger sein jedoch noch viel mehr dazugehört, wird hier ausgeblendet. 
Für jemanden mit vielen Abonnenten, kann das wirklich ein Startschuss sein, keine Frage. Ein Profil mit 200 Followern wird jedoch keine bis wenige Käufe erzielen. Eine reduzierte Uhr kann man auch jederzeit bekommen, ohne in einem Dienstverhältnis mit der Marke zu stehen. 

was ist jetzt eine faire Kooperation?

Ich arbeite nur mit Firmen zusammen, wenn ich zu 100% hinter der Firma und den Produkten stehe, der Meinung bin, dass beide Seiten von der Zusammenarbeit profitieren würden und mein Zeitaufwand angemessen entschädigt wird. Mittlerweile habe ich auch aufgehört für eine Kooperation Geld auszugeben. In solchen Fällen kaufe ich mir das Produkt lieber privat und zahle den vollen Preis, oder verzichte darauf. 



Ich kann vollkommen nachvollziehen, wenn das für viele völlig unverständlich zu sein scheint. Sicherlich habe ich vor meiner Blogger-Zeit ähnlich gedacht und hätte solche Sichtweisen auch nicht verstanden. Mittlerweile habe ich, auch aufgrund von schlechten Erfahrungen, gemerkt, dass auch das was ich mache eine Dienstleistung ist, die bezahlt werden muss. Denn man kann nicht leugnen, dass das Bloggen immer mehr zu einer echten Beschäftigung wird bzw. geworden ist und Werbung immer mehr über diese Wege geschalten wird. 

MEHR ZU DEM THema


Hier sind noch einige Kollegen/Innen, die dieses Thema auch angesprochen haben: 


Und wer lieber zuhört, statt zu lesen: 



Vielleicht werde ich über das Thema auch noch einmal einen Beitrag verfassen und näher darauf eingehen, was die Firmen meiner Meinung nach besser machen könnten. 
Schreibt mir doch sehr gerne hier oder auf Instagram was ihr von der ganzen Thematik haltet!

Ich wünsche euch eine wundervolle Zeit! ♡ 






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